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Warum du als Musiker*in, DJ oder Produzent*in unbedingt eine eigene Band-Website benötigst

Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2020
Bands Und Musiker*innen Benötigen Eine Eigene Band-Website

Warum du als Musiker*in, DJ oder Produzent*in unbedingt eine eigene Band-Website benötigst – Einleitung

In diese Ära allgegenwärtiger Social Media stellen sich heutzutage viele Bands, Musiker*innen, DJs und Produzent*innen die Frage, ob sie eine eigene Band-Website überhaupt benötigen.

Die kurze Antwort lautet: „ja!“, und nachfolgend begründe ich diese Aussage.

Tipp: Viele der Informationen in diesem Beitrag betreffen auch Autor*innen, die sich überlegen, ob sie eine eigene Website benötigen.

Heutzutage verzichten viele Musiker*innen auf eine eigene Band-Website

Ab ungefähr Mitte der neunziger Jahre bis ungefähr Mitte der Nullerjahre gilt es als Selbstverständlichkeit, dass Musiker*innen, Bands, DJs und Produzent*innen eine eigene Band-Website haben sollten.

Aber 2003 wurde Myspace gegründet, und nach und nach erstellten viele Musiker*innen einen eigenen Profil da. Ohne Website-Kenntnisse waren sie jetzt in der Lage, ihren Fans ihre Neuigkeiten und Musik zu präsentieren, ohne jemanden mehr bezahlen zu müssen, eine Website zu pflegen.

Schwer zu glauben heute, aber von 2005 bis 2008 war Myspace das größte soziales Netzwerk der Welt. Aber nach und nach wurde Konkurrent Facebook immer beliebter. Als Folge richteten Musiker*innen und Bands einen eigenen Profil da ein. Ihre Myspace-Profile vernachlässigten sie, mit der Folge, dass diese oft jahrelang unberührt und verwaist noch online blieben.

Heute gilt wiederum als Selbstverständlichkeit, dass Musiker*innen und Bands Profile bei Facebook und verschiedenen anderen sozialen Netzwerken benötigen. Weniger stellen sich die Frage, ob sie eine eigene Band-Website benötigen.

Fehlanzeige!

Eine eigene Band-Website: Was spricht dafür?

Bands und Musiker*innen benötigen eine eigene Band-Website
Mit einer eigenen Band-Website erhältst DU die Kontrolle!

Trotz etwas Zeit- und finanzielles Aufwands spricht viel dafür, dass nicht nur Bands, sondern DJs und Produzent*innen eine eigene Website einrichten und betreiben.

Mit einer eigenen Band-Website wirkst du professioneller

Einer der Hauptgründe dafür, den kaum überbetont werden könnte, ist dass du dadurch professioneller wirkst.

Jede Person kann ohne Kosten Profile bei Facebook, SoundCloud und den anderen Diensten anlegen, um ihre Musik zu präsentieren und mit Fans zu kommunizieren. Tun sie auch!

Mit einer eigenen Band-Website hebst du bereits von der breiten Masse ab.

Dadurch zeigst du, dass du deine Musik nicht nur hobbymäßig machst, sondern ernst nimmst. Wenn du dich selbst ernst nimmst signalisierst du anderen – wie Veranstalter*innen, Journalist*innen und Labels – dass auch sie dich und deine Musik ernst nehmen sollten.

Ohne Band-Website übergibst du die Kontrolle an Dritten

Wenn du heutzutage bekannt werden möchtest, um Musik zu verkaufen bzw. Konzerte oder DJ-Sets zu spielen, sind Profile bei Facebook und SoundCloud etc. unabdingbar.

Es ist auch eine tolle Sache, dass solche Plattformen dir so eine breite Auswahl Tools zur Verfügung stellen. Damit können deine Fans sich nicht nur informieren lassen, sondern deine Musik anhören und möglichst kaufen, und auch in Kontakt mit dir treten.

Aber rate mal, wer die Kontrolle über das Ganze hat?

Richtig! Facebook hat die Kontrolle über deine Facebook-Seite. Twitter behält die Kontrolle über deinen Twitter-Feed. SoundCloud hat das letzte Wort wenn es um deinen SoundCloud-Profil geht. Und so weiter.

Und wenn sie auf deinem Profil Werbung für Verschwörungstheoretiker*innen oder dubiöse Diäten einblenden möchten dürfen sie genau das tun!

Deine Band-Website unterliegt nicht den Algorithmen von Dritten

Ob als Band/Musiker*in oder nur als reine*r Nutzer*in hast du es bestimmt mitbekommen, dass Follower*innen von den Seiten, denen sie folgen, nicht zwingend jede Botschaft erhalten, oder? Die Algorithmen der Social Media entscheiden, wer welche Nachricht sieht.

Aus diesem Grund fordern viele Profil-Besitzer*innen ihre Fans auf, tief in den Plattform-Einstellungen zu greifen, um ein Häkchen zu setzen, damit zukünftig theoretisch alle Posts in dem eigenen Timeline gezeigt werden. Und wie viele kommen dieser Forderung nach? Eben.

Noch schlimmer ist wenn die Plattformen ihre Algorithmen ändern. Auf einen Schlag könnten bestimmte Arten Inhalten herabgestuft werden, sprich wenigeren Follower*innen gezeigt. Verdienst du von solchen Arten Inhalt direkt oder indirekt Geld verdienst du plötzlich weniger.

Im Ausland gelten andere Gesetze und Normen

Viele dieser großen Konzernen haben ihren Sitz in den USA, ein Land, in dem die Gesetze und kulturellen Normen teilweise anders sind als in der EU. Mal lockerer (Datenschutz), mal strenger (wenn es um zum Beispiel Nacktheit geht).

Die Online-Landschaft ändert sich ständig

Und auch wenn es heute als kaum vorstellbar scheint, dass zum Beispiel Facebook irgendwann mal permanent offline geht, bestehen Online-Firmen nicht immer für alle Ewigkeit oder bleiben ewig beliebt. Ab und zu tauchen neue Platzhirsche auf. Hätten die Bands und Musiker*innen, die 2005–2008 ihre Myspace-Profile sorgfältig pflegten keinen anderen Online-Standbein gefunden wären sie längst pleite geworden.

Und wer sucht noch bei Yahoo!, Lycos oder AltaVista wenn er oder sie etwas herausfinden möchte?

Mit einer eigenen Band-Website erhältst DU die Kontrolle

Noch einer der Hauptgründe für eine eigene Band-Website (oder DJ-Website, oder Musiker*in-Website) ist, dass du bzw. deine Band die Kontrolle über deinen Online-Auftritt erhältst.

Deine Band-Website dient als dein eigener Content-Hub, sprich, die zentrale Anlaufstelle für deinen gesamten Content: Bio, News, Fotos, Videos, Musik und alles, was du da veröffentlichen möchtest.

Und du alleine bist für das Design der Band-Website verantwortlich! Nicht mehr bist du vom Design und der Funktionsweise des jeweiligen sozialen Netzwerkes eingeschränkt.

Du bist es auch, der bzw. die entscheidet, was für Information du überhaupt veröffentlichen möchtest, wie es strukturiert werden sollte und wie es aussieht.

Wenn auf deinem Albumcover Pobacken oder eine weibliche Brustwarze vorkommen darfst du dein Albumcover abbilden, ohne dass dein Konto gesperrt wird.

Fast die einzigen Beschränkungen bilden das Gesetz und die allgemeinen Geschäftsbedingungen deines Hosting-Anbieters! Sonst darfst du veröffentlichen und bereitstellen, was du willst.

Eine einzige URL für überall

Ein kleinerer, aber nicht weniger wichtiger Grund für eine eigene Band-Website ist, dass du überall nur eine einzige URL angeben musst. Ob auf Vinyl, CDs, Flyern, Konzertplakaten, Visitenkarten oder irgendwo sonst hast du eine einzige kurze, einprägsame URL.

Sie nimmt für sich viel weniger Platz als eine Reihe langer und teilweise häßlicher Social Media-URLs, und wer diese URL besucht sieht für sich selbst, welche Kanäle du pflegst, weil sie alle von der Website gelinkt sind. Und falls du dich mal entscheidest, eine bestimmte soziale Plattform nicht weiter zu pflegen, bleibt die Information (also die URL), die auf den Plattenhüllen gedruckt wurden, immer noch aktuell.

Mit einer eigenen Band-Website musst du nur eine einzige URL angeben
Mit einer eigenen Band-Website musst du nur eine einzige URL angeben

Mit einer eigenen Mailingliste deine Fans enger anbinden

E-Mail wurde längst totgesagt, und als Mittel der privaten Kommunikation dürfte das wahr sein.

Aber ein E-Mail-Newsletter bleibt nach wie vor die effektivste Marketingmaßnahme überhaupt um mit Interessenten (also deinen Fans) zu kommunizieren und ihnen zum Kauf zu animieren. Wobei die Ergebnisse natürlich von den Mails selbst und der eigenen Zielgruppe hängen.

Wie bei der Band-Website selbst erhältst du die Kontrolle darüber. Keine Algorithmen entscheiden darüber, in wessen Inboxen deine Marketing-Mails letztendlich gelangen und in wessen nicht. Das ist im Gegensatz zu zum Beispiel Facebook, wobei nur ein Bruchteil deiner Follower*innen deine Posts tatsächlich sehen und lesen können.

(Naja, die Spam-Ordner-Algorithmen kommen vielleicht ins Speil, aber wenn du das Mailingliste-System richtig konfigurierst und verwendest hältst du solche Probleme auf einem Minimum.)

Deine Band-Website wächst mit deinem Bekanntheitsgrad

Eine eigene Website lässt sich auch problemlos skalieren. Wenn du noch am Anfang deiner musikalischen Karriere stehst reicht eine kleine Band-Website völlig aus. Für zum Beispiel DJs wäre sogar ein One-Pager total vorstellbar.

Aber nach und nach wirst du mehr bekannt, und vielleicht sogar berühmt.

Hast du eine eigene Band-Website kannst du sie problemlos auf andere Funktionen nachrüsten. Vielleicht ein Shop, um Vinyl, CDs oder Merch zu verkaufen (wofür du allerdings ein Gewerbe anmelden musst), oder vielleicht sogar ein Mitgliedsbereich, in dem du deinen treusten Fans exklusiven Inhalt anbietest. Nach oben gibt es kaum Grenzen, außer der Größe des eigenen Geldbeutels.

Eine eigene Band-Website: Was spricht dagegen?

Oben habe ich einige Vorteile einer eigenen Website aufgeführt, aber natürlich gibt’s auch ein paar Nachteile.

Du musst Geld dafür ausgeben

Heutzutage ist es viel einfacher als früher, eine Website einzurichten, auch für Leute mit nur durchschnittlichen Computer-Kenntnissen. Dafür musst du auch nicht unbedingt tief in die Hosentasche greifen – du benötigst nur ein paar Euro im Monat für den Hosting und ggfs. eine zwei- bis kleine dreistellige Summe im Jahr für etwaige Premium-Plugins.

(Ja, es gibt Dienste, die dir ermöglichen, eine Website total gratis einzurichten. Aber was gratis ist ist nicht unbedingt gut. Bei solchen Plattformen gibt es auch einige Einschränkungen. Die Kontrolle über deinen Internetauftritt erhältst du nicht.)

Deine Band-Website benötigt regelmäßige Pflege

Auch wenn Websites sich heute einfach einrichten lassen ist die Pflege komplizierter geworden. 20 Jahre her bestanden viele Websites noch aus einem Haufen statischen HTML-Dateien, aber eine Website heute funktioniert typischerweise auf Basis eines CMS (Content Management System). Eine Website ist also ein „lebendiger Organismus“, wobei viele Faktoren sich mit einander interagieren: das CMS, die Datenbank, PHP-Versionen, CMS-Updates, Plugins und Updates davon, wobei das Layout sich auch an alle Bildschirmgrößen anpasst.

Dazu kommt, dass den Inhalt regelmäßig aktualisiert werden sollte. Weder Suchmaschinen noch Besucher*innen mögen es, wenn eine Website seit langem nicht mehr aktualisiert worden ist.

Die rechtliche Lage hat sich geschärft

Und du musst etwas Mühe dafür ausgeben. Obwohl eine Website an sich mittlerweile einfach einzurichten ist wurde in den letzten Jahren in der EU und vor allem in Deutschland das ganze rechtliche Drumherum geschärft. Als Folge musst du dich darum kümmern, was für Cookies gesetzt werden und warum, ob Information an Dritten in zum Beispiel den USA übermittelt wird und was du tun musst wenn sich jemand bei dir meldet um dir Fragen über ihren von dir gespeicherten persönlichen Daten zu stellen. Auf Basis dieser Information müssen die Impressum- und Datenschutz-Seiten vorbereitet werden. Auch mit Hilfe von Generatoren kann das ruhig ein paar Tage in Anspruch nehmen.

Du musst dich um einige Sicherheitsaspekten kümmern

Das hört sich vielleicht schlimm an, vor allem weil große internationale Konzerne es nicht schaffen, sich 100%ig gegen Hackerangriffe zu schützen. Aber schon als Betreiber einer kleinen Website gibt’s Maßnahmen, die viele Angriffe verhindern. Eine ganz wichtige Maßnahme dafür ist auch eine ganz einfache – das CMS und die Plugins aktuell zu halten. Damit schließt du etwaige Sicherheitslücken, die bösartige Leute ausnutzen können. Also mit etwas Vernunft und die richtige Vorgehensweise hältst du die Risiken auf einem Minimum.

„Facebook und Co. bieten alles, was ich benötige!“

Beim ersten Blick ist das vielleicht so, aber wie im Artikel bereits geschrieben ist Social Media mit verschiedenen Nachteilen hinsichtlich der Kontrolle darüber verbunden. (Geschweige denn, wie sie die persönlichen Daten der Nutzer*innen gerne sammeln und monetisieren.)

Meine Empfehlung

Eine eigene Band-Website ist in der Tat mit etwas Zeit- und auch etwas Geldaufwand verbunden, aber meiner Meinung nach überwiegen bei Bands, Musiker*innen, DJs und Produzent*innen, die sich und ihre Musik ernst meinen, die Vorteile gegenüber den Nachteilen.

Auf deiner Band-Website benötigst du nur eine kurze Bio, ein Kontaktformular bzw. eine klickbare E-Mail-Adresse, einen Blog für deine News und professionelle Fotos. Wenn du regelmäßig Konzerte spielst wäre auch ein Eventkalender ratsam. Aber am besten nur wenn du regelmäßige Liveauftritte hast. Ein leerer Kalender vermittelt keinen guten Eindruck.

Erwähnenswert dabei ist aber, dass es ein Unterschied zwischen „einer Website“ und einer gut ausgedachten, SEO-optimisierten Website besteht. Wer als Laie ohne Vorkenntnisse eine Band-Website online stellt kommt nur so weit. Unter Umständen kann es sich also lohnen, sich weiter zu informieren oder jemanden an Bord zu holen.

Fazit

Für eine eigene Band-Website musst du nicht zwingend viel Geld ausgeben. Auch inklusiv den nervigen rechtlichen Pflichten kannst du „eine Website“ innerhalb ein paar Tagen erstellen. Mit so einer Website hast du eine einzige URL, die du überall angeben kannst. Besucher*innen finden nicht nur Infos über dich und deine Musik, sondern die Links zu deinen sozialen Kanälen. Und du erhältst die komplette Kontrolle darüber.

Wem das nicht reicht, der bzw. die neue Fans zu sich online anziehen möchte empfehle ich doch etwas mehr Geld dafür auszugeben. Du benötigst eine gut ausgedachte, geplante und SEO-optimierte Website, die für die richtigen Keywords gefunden werden kann. Nach Leistungsumfang und Anbieter*in wäre eine vierstellige Summe durchaus vorstellbar, aber natürlich sind nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Bilderquellen: Die von mir erfundene Websites und Verpackungen der von mir erfundenen Künstler*innen Lena Musterfrau und Goat Botherer © Paul Jackson. „Lena Musterfrau“ Fotos © Florin1605/istockphoto.com. „Lena Musterfrau“ Lichtshow © Dominic Hampton bei Unsplash. iMac-Foto © T.Q. bei Unsplash. iPhone-Foto © NeONBRAND bei Unsplash. „Goat Botherer“-Hintergrundbild ist eine Collage aus Fotos © Takis Politis und © M Wrona bei Unsplash. Sonstige Collagen, Fotos und Grafiken © Paul Jackson.

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