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Was ist ein eBook?

Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2020
Was Ist Ein EBook? Frau Liest Ein EBook Mittels Einem E-Reader

Was ist ein eBook? – Einleitung

Einige fragen sich vielleicht noch: „Was ist ein eBook?“ Kurz erklärt ist ein eBook ein elektronisches Buch, das entweder auf besonderer Hardware („E-Reader“) oder mit Hilfe von Software auf einem Smartphone, Tablet oder Computer gelesen wird.

Laut Duden ist „E-Book“ die richtige Schreibweise, aber eBook und Ebook kommen häufig vor. Im englischsprachigen Raum spricht man von ebook, e-book oder eBook. So viele Schreibweisen, aber das Gleiche wird damit gemeint.

Man spricht vom „Flowable“ (fließbaren) oder „Fixed“ (festen) Layouts. Beim Ersteren passt sich der Inhalt bzw. das Layout an die Größe des Bildschirms an.

Letzteres eignet sich dagegen für Kinderbücher oder Fachbücher, die viele Bilder bzw. Tabellen o. Ä. beinhalten. Diese Art eBooks sehen auf allen Readern und Apps genauso aus. Der Inhalt passt sich nicht an die Bildschirmgröße an.

Was du benötigst, um eBooks zu lesen

eBooks werden auf E-Readern (auch E-Book-Readern genannt) gelesen, also auf portablen elektronischen Geräten, die dafür konzipiert worden sind.

Viele denken sofort an Amazon’s Kindle®-Geräte, obwohl andere bekannte Geräte auf dem Markt sind Kobo, und im deutschsprachigen Raum Tolino.

Nicht alle E-Reader verfügen über Farbbildschirme. Auf solchen Geräten werden etwaige Farbfotos oder farbige Tabellen und Diagramme etc. in Graustufen dargestellt.

Das Kauf eines Readers um eBooks zu lesen ist aber nicht zwingend nötig. Über Software bzw. Apps lassen sich eBooks auf anderen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Computern lesen. (Allerdings gibt es ein paar Sachen zu beachten in Bezug auf Formaten, die ich weiter unten erläutere.)

Die Chancen sind damit groß, dass du bereits ein passendes Gerät in der Hosentasche bzw. auf dem Kaffeetisch hast, ohne dafür gesondert in die Hosentasche greifen zu müssen.

Was kann ein eBook?

Das eBook bietet verschiedene Funktionen an, die bei herkömmlichen gedruckten Büchern entweder gar nicht möglich, schwer möglich oder anders sind.

  • Du kannst die Schriftgroße (und bei einigen Modellen auch die Schrift selbst) anpassen.
  • Du kannst Lesezeichen setzen (ja, kannst du in gedrückten Büchern auch, aber dafür benötigst du eine Lesemarke, ein Zettelchen oder noch irgendwelches Gegenstand).
  • Du kannst innerhalb des eBooks suchen, was vor allem bei Fachbüchern äußerst nützlich ist.
  • Da ein eBook ähnlich einer Website funktioniert kann es Links auf weiterführende Information beinhalten. Durch tippen darauf kannst du dich weiter informieren, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen.
  • Abhängig vom Gerät bzw. der Software kannst du Notizen einfügen. Da dies digital erfolgt kannst du deine Notizen anpassen und ergänzen – und im Gegensatz zu bei einem gedruckten Buch wird das eBook dadurch nicht beschädigt.
  • Auch abhängig vom Gerät bzw. der Software kannst du dir unbekannte Wörter nachschlagen oder übersetzen lassen.
  • Auch die Navigation ist ganz einfach, weil das Inhaltsverzeichnis per Knopfdruck erhältlich ist (und wie oben erwähnt kannst du auch deine eigenen Lesezeichen einfügen).
  • Vom Format des eBooks abhängig ist auch die Einbindung von Audio- und Video-Elementen möglich.
  • eBooks lassen sich über mehrere Geräte synchronisieren. Du kannst vom Sofa aus ein neues Buch erwerben, einige Kapitel lesen und morgen im Zug auf dem Weg zur Arbeit auf dem Handy weiterlesen.

Die Vorteile eines eBooks

Gegenüber herkömmlichen gedruckten Büchern bringt das eBook einige Vorteile mit sich. Einige der Punkte unter „Was kann ein eBook?“ oben könnten als Vorteile angesehen werden. Dazu kommen:

  • Platzsparend: E-Reader sind ungefähr so groß wie ein Buch, bieten dich aber ausreichend Speicherplatz an, um Tausende eBooks zu lagern. Auch wenn du eBooks lieber auf deinem Handy oder Tablet liest bist du nur von dem noch verfügbaren Speicherplatz deines Geräts begrenzt.
  • Portable: Wegen der Größe und des Gewichts eines E-Readers kannst du einen virtuellen Haufen eBooks mit in den Urlaub nehmen. Dein Lesestoff nimmt für sich nur geringen Platz in deinem Gepäck, und ist daher leicht tragbar.
  • Aus Sicht der Verlagen bzw. der Autor*innen im Selbstverlag sind eBooks viel einfacher (und günstiger) zu erstellen und vertreiben. Es wird keinen große Lagerhalle dafür benötigt, und keine Bäume müssen dafür gefällt werden.
  • Auch aus Sicht der Verlagen bzw. der Autor*innen sind eBooks einfacher aktuell zu halten. Falls neue Information zum Thema vorliegt kann ein eBook einfach dementsprechend angepasst werden. Nicht mehr muss der Verlag warten, bis eine Druckauflage ausverkauft ist, um Anpassungen vorzunehmen.

Die Nachteile eines eBooks

Jede Medaille hat zwei Seiten, und daher bringt das eBook auch einige potenzielle Nachteile mit sich:

  • Weil die Schriftgröße angepasst werden kann haben eBooks in der Regel (aber siehe unten) keine feste Seitenanzahl. Für Akademiker*innen und Student*innen, die Passagen aus einem eBook in wissenschaftlichen Werken zitieren möchten, könnte das zum Problem werden.
  • Das haptische Erlebnis: einige Leserratten bevorzugen gedruckte Bücher. Das könnte von der Größe abhängen, oder wie sie sich in der Hand anfühlen. Und manche bevorzugen einfach das Geruch des Papiers.
  • Rechtlich gesehen ist ein eBook kein Buch, sondern Software. Wenn du ein eBook „kaufst“ kaufst du kein „Buch“, sondern erwirbst das Nutzungsrecht für die Software. Ist zum Beispiel der jeweilige Anbieter der Meinung, dass du als Kund*in gegen die Bestimmungen der Nutzungsvereinbarung verstoßen hast darf er deinen Zugang auf deinen eBooks bzw. der Plattform begrenzen oder sperren. Die Folge? Im Prinzip könntest du einzelne Titel oder sogar deine ganze Bibliothek verlieren.
  • Wie bei anderen Geräten müssen die Akkus gelegentlich geladen werden.

„Flowable“ eBooks vs. „Fixed Layout“ eBooks

Wie ganz oben erwähnt lassen sich eBooks in zwei Arten unterscheiden: „Flowable“ und „Fixed“.

„Flowable“ (fließbare) eBooks

eBooks, die überwiegend aus Text bestehen, eignen sich perfekt als „flowable“ eBooks. Leser*innen können die Schriftgröße – und abhängig vom Reader oder von der Software, auch die Schriftart – anpassen. Der Inhalt des eBooks reagiert dementsprechend.

Als Folge haben solche eBooks keine feste Seitenanzahl. Aus diesem Grund erscheinen etwaige Fußnoten auch nicht im unteren Seitenrand, sondern am Ende des Kapitels bzw. des Buches.

„Fixed“ (feste) eBooks

Bücher, wofür ein bestimmtes Layout wünschenswert ist, werden mit einem festen Layout veröffentlicht. Das gilt meist für Kinderbücher, Fachbücher oder Bildbänder.

Bei Kinderbüchern sind die Bilder oft genau so wichtig, wenn nicht wichtiger, als der Text selbst. Das Layout muss bewahrt werden, damit ein Bild und der zugehörige Text sich nicht auf verschiedene „Seiten“ des eBooks befinden, falls zum Beispiel Leser*innen die Schriftgröße anpassen.

Ähnlich gilt für Fachbücher, die viele Tabellen, Diagramme oder sonstige Grafiken beinhalten, oder Bücher, die viele Fotos beinhalten und wobei das Layout auch sehr wichtig ist, wie Kochbücher oder Reisebücher.

Ein Nachteil bei solchen festen Layouts ist, dass die Schriftgröße sich nicht von Leser*innen ändern lässt. Um im eBook zu navigieren muss sie oder er herumscrollen, und falls Text zu klein und nicht lesbar ist, heran- und wieder herauszoomen.

Was ist ein eBook? Nahaufnahme eines E-Readers
Was ist ein eBook? Nahaufnahme eines E-Readers

Was ist eine eBook? – Dateistruktur

„Flowable“ eBooks wirken wie eine Website, wobei das Layout sich auf Basis der Bildschirm- und Schriftgröße anpasst. Das hat einen Grund: die zugrundeliegende Technologie ist sehr ähnlich der einer Website. Es kommen HTML-, XML-, CSS- und ein paar eBook-spezifische Dateien zum Einsatz.

Auch eBooks mit festem Layout basieren auf diesem Code, auch wenn ihr Layout sich nicht vom Gerät anpassen lässt. Sie sind mit den altbackenen Websites vergleichbar, die man heute leider noch findet, die nur für den Computer gestaltet wurden. Bei solchen Websites müssen Besucher*innen, die mit Handys oder Tablets online sind, auch viel Scrollen und Zoomen.

Eine Art ZIP-Archiv

Allerdings sind eBooks eigentlich eine art Zip-Archiv. Sie betragen ein komprimierter Folder, der eine Sammlung verschiedener Dateien enthält, die sich miteinander interagieren um die eBook-Funktionalität bereitzustellen.

Was ist eine eBook? – verschiedene eBook-Formate

Technik wäre nicht Technik wenn es nicht verschiedene eBook-Formate – und teilweise Kompatibilitätsprobleme – gäben. Zum Glück gehören die meisten eBook-Formate der Vergangenheit an. Die heutige Lage ist relativ einfach.

PDF

Eigentlich kein eBook im herkömmlichen Sinne, aber vor allem einige Jahre her kamen PDF-Dateien häufig unter der Rubrik vor.

Obwohl zum Beispiel bestimmte Kindle®-Geräte PDF-Dateien öffnen können sind PDFs Dateien, deren Layout fest ist. Wer auf so einem Gerät eine PDF liest kann nicht die Schriftgröße anpassen. Und auf vielen Hardware-Readern lassen sich die Dateien gar nicht öffnen.

eBook bedeutet nicht unbedingt eBook

Vielleicht hast du es mitbekommen? Du suchst online nach irgendwelchen Infos, landest auf eine Website und ganz prominent, vielleicht mittels eines nervigen Pop-Ups, wirst du gefordert, dir ein „gratis eBook” zu holen, meist erst wenn du dich für einen Newsletter anmeldest.

In gefühlten 99 % der Fällen wird eine PDF-Datei gemeint, die du nicht (bequem) auf einem E-Reader lesen kannst. Du liest sie einfach auf einem Computer.

Warum ist das? „Gratis eBook zum Thema X“ hört sich wertvoller an als „Stinknormale PDF-Datei zum Thema X“.

EPUB

EPUB basiert auf einen offenen Standard. Das bedeutet, dass das Format nicht lizenzrechtlich geschützt ist. Jeder Hersteller von E-Readern und anderen Geräten, wie Computer, Tablets oder Handys, und jeder eBook-Anbieter, darf das EPUB-Format unterstützen.

Tun sie auch. Als Folge ist das Format weit verbreitet und lässt sich auf so gut wie allen Geräten lesen – mit einer wichtigen Ausnahme.

Amazon (mobi/AZW/KFX)

Die eBooks, die du von Amazon kaufst befinden sich in einem von mehreren hauseigenen Amazon-Formaten, abhängig vom Gerät, mit dem du sie kaufst.

Das ganze System beträgt eine geschlossene Plattform. Im eigenen Kindle Shop bietet Amazon eBooks ausschließlich in den eigenen Formaten an, damit sie auf Amazon-Geräten gelesen werden können.

Auf Amazon Kindle®-Geräten kannst du keine eBooks im weit verbreiteten EPUB-Format laden und lesen, es sei denn du sie zuerst konvertierst – siehe unten.

Kindle®-Formate kannst du auch ohne Kindle lesen

Wer kein Kindle® besitzt oder haben möchte kann Amazon-eBooks trotzdem auf dem Handy, Tablet oder Computer kaufen und lesen mittels der Kindle®-Apps für Android, iOS, macOS oder Windows.

eBooks zwischen EPUB und Kindle®-Formaten konvertieren

Kindle®-eBooks lassen sich mittels Software wie Calibre (Englisch) doch in andere Formate, wie das gängige EPUB, konvertieren, damit du sie auf beliebigen Geräten lesen kannst. Allerdings funktioniert die Konversion nicht immer 100 % einwandfrei.

Auch das Umgekehrte trifft zu: eBooks im EPUB-Format lassen sich auch konvertieren, damit du sie auf dein Kindle® laden kannst.

Solche Konversionen sind nur möglich, wenn ein eBook nicht kopiergeschützt ist. eBooks, die mittels DRM („Digital Rights Management“) kopiergeschützt sind, kommen heute weniger vor als früher, weil die Einschränkungen vielen Leser*innen nur nerven. (Und wer Raubkopien erstellen möchte findet sowieso einen Umweg.)

Fazit

Obwohl dieser Artikel eher als kurze, allgemeine Erklärung dient hoffe ich trotzdem, dass du dich jetzt im klaren darüber bist, was ein eBook ist.

In Zukunft werde ich einige der verwandten Themen detaillierter behandeln.

Bilderquellen: Frau mit ausgestreckten Beinen, die ein eBook auf ihrem E-Reader liest. Foto © Perfecto Capucine bei Unsplash. Nahaufnahme eines eBooks auf einem E-Reader. Foto © Amanda Jones bei Unsplash. Sonstige Collagen, Fotos und Grafiken © Paul Jackson.

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