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YouTube-Videos datenschutzkonform einbinden – wie überhaupt?

YouTube-Videos datenschutzkonform einbinden (DSGVO) – Einleitung

Lassen sich YouTube-Videos überhaupt datenschutzkonform einbinden?

In einem anderen Artikel schrieb ich darüber, ob YouTube oder Vimeo die beste Wahl wäre, wenn du deine eigenen Videos in deine eigene Website einbinden möchtest.

Die Antwort hängt von deinen Bedürfnissen ab, aber entscheidest du dich für YouTube ist das Problem so:

Von Hause aus können selbst die eigenen YouTube-Videos nicht datenkonform in die eigene Website eingebunden werden, und da keine der Lösungen dafür 100 % ideal sind erläutere ich die möglichen Ansätze in diesem gesonderten Artikel. Sonst hätte ich den Rahmen des oben verlinkten Artikels gesprungen!

Im Gegensatz zum anderen erwähnten Artikel gelten die Ansätze unten für ALLE eingebetteten Videos, nicht nur deine eigenen.

Beispiel eines YouTube-Videos datenschutzkonform eingebunden – Handy
Ein YouTube-Video datanschutzkonform in einem Kundenprojekt von mir eingebettet

YouTube-Videos DSGVO-konform einbinden – die Problematik

Einige Jahre her war die Situation ganz einfach: wer in die eigene Website ein Video, eine Audiodatei oder sonstige Inhalte von Dritten einbinden wollte fügte einfach den entsprechenden Code hinzu und die Sache war erledigt.

Dank der DSGVO ist die Lage mittlerweile anders.

Bindest du ein YouTube-Video, zum Beispiel aus deinem eigenen Kanal, einfach in WordPress (zum Beispiel) ein, werden persönliche Daten an YouTube-Besitzer Google übermittelt, und sogar sobald Websitebesucher*innen auf der jeweiligen Seite deiner Website landen. In anderen Worten, auch wenn Besucher*innen sich solche Videos gar nicht anschauen. Persönliche Daten in diesem Sinne heißt die IP-Adressen der Besucher*innen, sowie verschiedene andere Information über ihr Gerät, wie Betriebssystem, Browser und Bildschirmauflösung etc. Auf dieser Basis speichert und analysiert YouTube/Google diese Daten, um Rückschlüsse über das Surfverhalten der Websitebesucher*innen zu erhalten. Darüber hinaus dürfen US-Behörden, wie die Geheimdienste, auch darin schnüffeln.

Selbst die „datenschutzfreundliche“ Option von YouTube ist hierzulande nicht 100 % datenschutzkonform. Grrr…

Um YouTube-Videos möglichst datenschutzkonform einzubetten benötigst du eine Drittlösung, wovon es ein paar Möglichkeiten gibt.

Egal welche Lösung du dich dafür entscheidest muss sie entsprechend konfiguriert werden, und zum Schluss muss deine Websites Datenschutzerklärung entsprechend angepasst werden.

YouTube-Videos nach herkömmlicher Methode einbinden (nicht datenschutzkonform!)
YouTube-Videos nach herkömmlicher Methode einbinden – ohne weiteres gar nicht datenschutzkonform!

Datenschutzkonforme Einbindung von YouTube-Videos über ein Cookie-Plugin

Du hast sie bestimmt gesehen. Vielleicht hast du – wie ich – darüber geschimpft und geflucht. Ja, ich meine die nervigen Cookie-Banner. Boah, gehen mir diese Scheißdinge auf den Keks! Cookies? Kekse?! Ha!

Sobald ich von einem Cookie-Einwilligungs-Banner konfrontiert bin spring ich meist ab, es sei denn ich die jeweilige Website regelmäßig besuche und sie sonst vermissen würde.

Diese Banner sind ein echtes Besucher*in-Abwehrmittel, was auch Besucherstatistiken belegen.

Aber… und dies wird ein großes aber… wenn du auf deiner Website Cookies sowieso setzt und daher so einen Banner bereits im Einsatz hast wäre es gegebenenfalls möglich, mittels deines Cookie-Einwilligung-Plugins die Datenübertragung an Google vorzubeugen, bis Besucher*innen auf den „Play“-Button klicken.

Durch das Klicken erklären sie sich damit einverstanden, dass ab diesen Zeitpunkt ihre persönlichen Daten (wie zum Beispiel ihre IP-Adresse und Infos zum Browser und Betriebssystem etc.) an Google übermittelt werden dürfen.

Ob dein Cookie-Plugin diese Funktion mit sich bringt musst du selbst prüfen, aber aus eigener bisherigen Erfahrung ist diese Vorgehensweise mit sowohl dem kostenpflichtigen Plugin Borlabs Cookie als dem Plugin Complianz (englische Sprache) möglich. Letzteres ist ein Freemium-Modell-Plugin, aber diese Funktion ist auch in der gratis Version mit inbegriffen. Aber Vorsicht: siehe den Hinweis über YouTube-Platzhalterbilder weiter unten!

Natürlich kann es sein, dass auch andere Cookie-Banner-Plugins ähnlich funktionieren. Da ich als Websitebetreiber mittlerweile auf Cookies verzichte habe ich nicht mehr den Überblick über die Cookie-Banner-Landschaft, den ich früher hatte.

Also wenn du Besucher*innen bereits mit diesen Bannern nervst hättest du vielleicht Glück und wärst in der Lage, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Datenschutzkonforme Einbindung von YouTube-Videos über WP YouTube Lyte

Hast du kein Cookie-Einwilligung-Plugin im Einsatz, oder die von dir verwendete Cookie-Lösung die Datenübermittlung an Google nicht verhindert, gibt’s zum Glück noch eine Lösung, die allerdings nur für WordPress-Websites funktioniert: das gratis WordPress-Plugin WP YouTube Lyte. Dieses Plugin stammt vom gleichen Entwickler, der für das recht häufig verwendetes Plugin Autoptimize verantwortlich ist.

Die Vorgehensweise ist ähnlich der der Cookie-Banner: das Video wird erst geladen, und daher persönliche Daten an Google übermittelt, nachdem Besucher*innen den „Play“-Button klicken. Damit erklären sie sich mit dieser Datenübertragung einverstanden.

Nachdem du das Plugin auf übliche Weise installiert hast gehe zu Einstellungen > WP YouTube Lyte.

Die meisten Einstellungen sind selbsterklärend. Sonst:

Du wirst nach deinem YouTube API-Schlüssel gefragt, aber keine Panik – das Plugin funktioniert auch ohne diesen Schlüssel, zumindest wenn du nur einzelne Videos und keine gesamten Playlists einbindest.

WP YouTube Lyte-Einstellungen: Ihr YouTube-API-Schlüssel
Keine Panik! Ein YouTube-API-Schlüssel ist nicht zwingend erforderlich

Ganz wichtig zu erklären ist die Option: Sollen die Vorschaubilder lokal zwischengespeichert werden?. Um deine YouTube-Videos möglichst DSGVO-konform einzubinden solltest du den Haken bei „ja“ setzen. Sonst bleiben die Vorschaubilder auf YouTubes Servern, was als Folge hat, dass Daten sowieso an Google übertragen werden, was diese Vergehensweise mit diesem Plugin zunichte macht. Setzt du den Haken bei „ja“ werden die Vorschaubilder schon vom Zeitpunkt des Einbindens lokal auf deinem eigenen Webhosting gespeichert.

WP YouTube Lyte-Einstellungen: Vorschaubilder Zwischenspeichern?
Unter Umständen sind leider keine dieser Möglichkeiten 100% datenschutzkonform

Aber Vorsicht:

Werden die Vorschaubilder auf deinem Server gehostet bedeutet das, dass unter Umständen Urheberrechtlich geschützte Bilder von anderen auf deinen Server kopiert werden, was wiederum rechtliche Fragen aufwirft.

Aus diesem Grund – und diese ist nur meine persönliche Vorgehensweise – würde ich für eine deutsche Website bzw. eine Website in der EU YouTube-Videos nur als letztes Mittel einbetten, und auch dann nur für meine eigenen Videos oder irgendwelche, wofür ich die ausdrückliche Genehmigung der Rechthaberin bzw. des Rechthabers erhalten habe. Ich erspare mir lieber etwaigen Ärger.

Auch folgendes ist sehr wichtig: Text, der unterhalb jedem LYTE Video hinzugefügt wird.

Hier gibst du deinen Disclaimer-Text ein, der unterhalb den eingebundenen YouTube-Videos stehen sollte. Dieser sollte Besucher*innen informieren, dass beim Klick auf den Button persönliche Daten an YouTube bzw. Google übermittelt werden.

WP YouTube Lyte-Einstellungen: Text unterhalb jedem Video hinzufügen?
Hier gibts du deinen Disclaimer-Text ein, der unterhalb jedem Video erscheint

Und vielleicht auch interessant: mit der Option Auch auf normale YouTube-Links und Iframes reagieren? kommt WP YouTube Lyte auch zum Einsatz, wenn du in den Fließtext einer Seite oder eines Beitrags einen herkömmlichen YouTube-Link setzt. Sonst funktioniert das Plugin nur wenn du gezielt einen Shortcode in den YouTube-Block bzw. einen Pagebuilder setzt.

WP YouTube Lyte-Einstellungen: Auf normale YouTube-Links reagieren?
Setze den Haken hier, damit das Plugin auch bei herkömmlichen YouTube-Links einspringt

Und vergesse bitte nicht, deine Datenschutzerklärung entsprechend anzupassen! Deine Websitebesucher*innen sollten informiert werden, was mit ihren persönlichen Daten geschieht falls sie sich deine eingebetteten YouTube-Videos anschauen.

Selbstverständlich kannst du als Websitebetreiber*in YouTube videos in üblicher Weise verlinken, damit sie sich in einem neuen Tab öffnen. Aber da gehst du dem Risiko ein, dass die Besucher*innen sich stundenlang in Katzenvideos verlieren und nie zurück zu deiner Website kommen.

Fazit

In diesem Artikel hast du gelernt, wie du YouTube-Videos datenschutzkonform in deiner Website einbinden kannst – zumindest wenn du WordPress im Einsatz hast, und auch wenn keine der Vorgehensweisen perfekt sind.

Wenn dir eine möglichst sichere, datenschutzkonforme Einbindung deiner Videos wichtig ist solltest du dich überlegen, ob du deine Videos doch bei Vimeo hosten solltest.

Paul Jackson

Ich bin Paul Jackson, ein britischer Grafikdesigner/Webdesigner in Deutschland. „Ich helfe Musiklabels und anderen Kreativen, ihre Musik-, Buch- und Websiteprojekte zu verwirklichen.“ Siehe die Seite Über mich für mehr Information.

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